Ich war erstaunt als ich die neuste Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young gelesen habe. Die Überschrift war `Trotz Krise: Deutsche wollen nicht an Weihnachtsgeschenken sparen`. Ein unabhängiges Marktforschungsinstitut führte im Auftrag von Ernst & Young eine telefonische Befragung von 2.000 Verbrauchern deutschlandweit durch. Die Fragen bezogen sich ausschließlich auf geplante Einkäufe von Weihnachtsgeschenken, auf nichts anderes. Die Ergebnisse wurden dann vergleichbaren Studien von 2007 und 2008 gegenübergestellt.
Nun will ich ihnen das Ergebnis selbstverständlich nicht vorenthalten liebe Leser. Die Auswertung der Befragungen ergab, daß dieses Jahr durchschnittlich 226 € für Weihnachtsgeschenke ausgegeben werden soll, dies entspricht 2% mehr als noch 2008. In Haushalten mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 50.000 € waren es durchschnittlich sogar 374 €, in Haushalten mit einem Bruttoeinkommen von weniger als 25.000 € immerhin noch 179 €. Überdurchschnittlich viel wird in den Bundesländern Niedersachsen (Ø 238 €), NRW (Ø 234 €) und Baden-Württemberg (Ø 229 €) ausgegeben. Ganz oben auf der Geschenkeliste stehen Bücher, Gutscheine und Kleidung. Unterhaltungselektronik ist in der Beliebtheit etwas gesunken. Was allerdings als Weihnachtsgeschenk, für mich persönlich etwas befremdlich ist, das 57 % aller Befragten Geld verschenken wollen. Getreu dem Motto Umschlag auf, Geld rein, fertig!
Mich wundert allerdings der durchschnittliche Betrag i. H. v. 226 €. Das ist mal eine Hausnummer. Warum so viel Geld für Geschenke ausgegeben werden muß, ist mir unbegreiflich. Das liegt vielleicht auch daran, das in unserer Familie an Weihnachten das Wichtigste die Familie war und nicht die Geschenke. Klar haben wir uns als Kinder über die Geschenke gefreut und auch als „große Kinder“ freuen wir uns darüber, aber es ist und bleibt nicht das Wichtigste an Weihnachten. So haben wir die Summe, die pro Person für Geschenke ausgegeben werden darf, begrenzt und das weit unter dem durchschnittlichen Betrag, auch insgesamt kommen wir nicht auf diesen Betrag. Man kann sich nicht mit Geld und vielen Geschenken ein tolles Fest erkaufen. Denken Sie bitte an den Sinn von Weihnachten. Ich bin zwar nicht der religiöseste Mensch, aber Weihnachten wird im Volksmund das Fest der Liebe , nicht das Fest der Geschenke genannt und das aus einem durchaus guten Grund. Also hier meine Bitte an Sie, fassen Sie sich für dieses Weihnachtsfest einen guten Vorsatz. Mir ist zwar bewußt, das gute Vorsätze erst zum Neujahr ins Auge gefaßt werden, aber ich bitte Sie, dieses Jahr schon etwas früher damit anzufangen, also warum nicht schon zu Weihnachten. Hier ist mein Vorschlag für Ihren guter Vorsatz, geben Sie nur Geld für Geschenke aus, welches Sie auch wirklich dafür übrig haben. Führen Sie ein Haushaltsbuch und schauen Sie wieviel Geld Sie haben und bitte bedenken Sie, das im Januar wieder die Autoversicherungen, etc. fällig werden und diese wollen schließlich auch bezahlt werden.
Vergessen Sie bitte, auch bei dem z. Z. herrschenden Optimismus, nicht die Worte der Kanzlerin aus Ihrer ersten Regierungserklärung vom 10.11.2009, in der Sie nochmals vor der Krise und ihren Auswirkungen warnt. Wörtlich sagte Sie „die Krise wird ihre volle Wirkung erst im kommenden Jahr zeigen“. Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Die Zahl der Arbeitslosen konnte nur durch die Verlängerung der Kurzarbeit einigermaßen gering gehalten werden. Ich will hier keine Angst verbreiten aber die Arbeitslosigkeit kann jeden von uns jeder Zeit treffen und die Krise ist noch längst nicht vorbei. Also denken Sie bitte daran, wenn Sie Ihre Weihnachtseinkäufe machen, die Familie ist das Wichtigste Geschenk und auch wenn man es ab und zu möchte, nicht umtauschbar. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Fest und einen guten Rutsch!